Gedankengut mal anders.

Der alltägliche Wahnsinn.
 

Meta





 

Die Ruhe beim Sturm.

Ich habe keine Angst vor Gewitter. Mir kann er ja nicht schaden. Denn wann immer ein Unwetter herrscht, wird mir bewusst, wie sicher ich lebe. Nicht nur, dass ich ein Dach über dem Kopf habe, das mich vor dem Regen und den Blitzen schützt, es spendet mir Wärme und vorallem Geborgenheit.

Die Geborgenheit ist allerdings viel eher in meiner Gedankenwelt zu finden. Ich erinnere mich dann gerne an meine Kindheitstage zurück, an denen ich behütet zwischen meinen Eltern saß und von der Wohnzimmercouch aus den Himmel und sein Untreiben beobachtete. Ein Sturm bewirkt Ruhe. Nicht nur in mir drin, sondern auch auf den Straßen. Bis auf den Regen, das Donnern und das Aufhellen des Himmels durch die Blitze, gibt es keine Regung auf der Welt. Jedenfalls nicht dort wo ich lebe. Mir ist bewusst, dass es sicherlich viele Orte gibt, an denen noch sehr viel Trubel ist, wann immer ein Gewitter den Himmer ziert, aber da möchte ich eh nicht leben. Es ist schon seltsam, dass ich mich gerade dann geborgen fühle, wenn ich eine solche Naturgewalt beobachten kann.


Meine Mutter ist da ganz anders. Sie rannte schon immer gerne durch alle Zimmer und musste jedes Haushaltsgerät vom Strom nehmen, weil sie Angst davor hatte, dass diese kaputt gehen, wenn mal ein Blitz bei uns einschlagen sollte (das ist bisher aber nie geschehen). Was auch der Grund dafür war, dass bei uns zu der Zeit kein Fernseher lief und wir uns mit Gemeinschafts- und Familienspielen die Zeit vertrieben haben. Gelacht haben wir immer, gestritten haben wir uns nie. Wir waren fast schon wie eine Bilderbuchfamilie - aber eben immer nur dann, wenn ein Sturm an uns vorbeizog.


Ich denke gerne an diese Tage zurück.

13.9.11 19:41, kommentieren

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Eine Insel in der Ferne.

Urlaub. Ich brauche Urlaub.

Der heutige Tag neigt sich dem Ende und ich sehe jetzt schon den morgigen vor mir. Leider weiß ich auch schon, was er mit sich bringen wird, welche Aufgaben ich vor mir habe und welche Dinge ich noch erledigen muss. Das führt leider nur dazu, dass ich mich vor dem Schlafengehen drücke, weil ich eigentlich keine Lust auf den Morgen habe. Schön waren die Zeiten, als man noch unbeirrt in den Tag starten konnte und ihn jedes Mal neu erleben durfte. Heute sieht das ganze schon anders aus. Außer im Urlaub.

Ich frage mich manchmal, wovon ich eigentlich Urlaub nehme. Ist es wirklich nur der Beruf, der mir irgendwann die Nerven raubt, oder ist es auch der Alltag, den ich irgendwann nicht mehr sehen kann? Nehme ich tatsächlich Urlaub von meiner Familie, die mir ihre Vorstellungen vom Leben immer wieder aufs neue unter die Nase reiben muss? Sind es etwa auch die Freunde, die ihren Beitrag dazu leisten, da sie in mir soetwas wie ihre ganz persönliche Hobbypsychologin sehen? Dass der Haushalt mich nervt brauche ich ja nicht zu erwähnen. Von dem kann ich mich jede zweite Woche erholen. Aber dennoch frage ich mich, ob auch das Hobby, das ich ja eigentlich nur gewählt habe, um vom Alltag abschlaten zu können, irgendwann so penetrant in den Alltag eingeflossen ist, dass ich mich selbst von ihm erholen muss.

Im Urlaub ist das alles jedoch egal. Der Chef hat die einmalige Chance auch mal andere Mitarbeiter zu tadeln. Die Familie, die mich sonst bei jedem Treffen ausfragen und belehren muss, freut sich einfach nur auf eine Postkarte von mir. Die Freunde müssen zur Abwechslung ihre Probleme alleine lösen, oder dürfen alternativ meine Mailbox zuqatschen. Und der Haushalt... ja also der Haushalt ist einfach weiterhin existent. Aber zumindest bin ich weit, weit weg von ihm.

Im Urlaub ist einfach alles anders. Das ganze Leben ist anders. Was mich leider zu der Erkenntnis bringt, dass man im Urlaub auch Erholung vom eigenen Leben sucht. Am besten jedoch ist es ganz weit weg von alledem, was einem so viel Stress bereitet. Denn was man nicht sieht, das existiert ja bekanntlich nicht. Mit Ausnahme des Haushalts natürlich.

Schade, dass ich gerade pleite bin und mir keinen Urlaub leisten kann. Aber ich habe eine Badewanne. Mit viel Phantasie und einer CD "Meeresklänge Deluxe" kann ich mich zumindest noch einmal kurz auf eine ferne Insel träumen bevor mir der Morgen bevorsteht und ich erneut in die Schlacht gegen den Alltag ziehen darf.

1 Kommentar 11.9.11 19:41, kommentieren