Gedankengut mal anders.

Der alltägliche Wahnsinn.
 

Meta





 

Party Hard.

Erst kürzlich war ich mal wieder auf einer Geburtstagsparty. Es war wirklich seit langem mal wieder richtig lustig, was ich allerdings auch dem Alkohol zuschreiben muss. So lief ich z.B. irgendwann mit zwei Plastikbechern gleichzeitig durch die Gegend. Auf dem einen stand mein Name, auf dem anderen der Name einer anderen Person. Aber die war nur kurz da und hinterließ außer einem Geschenk natürlich den Becher, den ich mir dann in äußerster Schnelligkeit unter den Nagel riss, ehe es jemand anderes tat. Aber auf die Idee ist sowieso niemand sonst gekommen, zumal es noch genügend andere, unbenutzte Becher gab. Egal. Selbstverständlich wurde aus beiden Bechern getrunken.

Während ich so mit meinen zwei Bechern und mit einigen Fremden / Bekannten / Freunden das Wohnzimmer zu einer Tanzfläche umfunktionierte und meine besten und peinlichsten Tanzmoves präsentierte (an die sich hoffentlich niemand mehr erinnert) saßen die restlichen Besucher draußen im Hof unter einem Pavillon auf den bereitgestellten Bierbänken. Dort spielten sie dann ihre Karten-Trinkspiele und lachten munter um die Wette. Das ging dann sogar soweit, dass eine Person sich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr unter Kontrolle hatte und nicht nur einmal das Badezimmer aufsuchen musste, um ihre innige Beziehung zur Toilette zu pflegen. Genannte Person ging dann ab einem gewissen Zeitpunkt mit dem Freund der Gastgeberin nach draußen. Irgendjemand musste sich ja um sie kümmern. Da nun ein Platz an dem Spieltisch frei wurde und ich mich für diesen Abend mit den dort sitzenden Personen kaum unterhalten hatte, gesellte ich mich dazu und spielte mit. Nach der ersten Runde bemerkte ich, dass nicht nur ich betrunken war, die anderen waren es auch. Und zwar viel schlimmer als ich. Ob das gut gehen konnte? Natürlich ging es nicht gut. Die Kartengeberin demonstrierte das Ganze sehr gut, indem sie während des Kartengebens rückwärts von der Bank geflogen ist. Dabei hielt sie in der rechten Hand den Kartenstapel und in der linken die Karte, die sie gerade austeilen wollte. Sie guckte mich noch mit einem "was ist denn jetzt los?"-Blick an und stürzte steif wie ein Brett um. Jetzt war alles vorbei. Ich bin abgebrochen vor Lachen. Mir liefen die Tränen in Bächen das Gesicht herunter, mein Magen hat sich verzogen und ich krümmte mich, meine Lungen schmerzten, ich bekam keine Luft mehr. Und es gab nur eine Person, die noch lauter lachte als ich: Es war die Gastgeberin. Als wir uns alle nach ca. fünf Minuten gefangen hatten, haben wir sie natürlich umgehend gefragt, ob sie sich verletzt hätte, aber glücklicherweise ist nichts passiert. Es war ihr nur ein bisschen peinlich. Seltsam, kann ich kaum nachvollziehen. In dem Moment entschloss ich, meine Becher aufzufüllen und wollte draußen mal nach unserem Trunkebold sehen. Sie stand an der anderen Straßenseite und redete mit 2 Personen, dabei gestikulierte sie wild in der Gegend herum. Ich dachte mir, dass es ihr bestimmt wieder gut ginge, wenn sie so munter ist, weswegen ich nach kurzem Small-Talk mit einer weiteren Person wieder reingegangen bin. Nach und nach fanden dann die Personen, die eben noch mit Trunkenbold draußen standen, den Weg ins innere des Hauses, bis nur noch sie und jemand anderes draußen waren. Als es dann an der Tür klingelte, machte ich sie auf. Aber zu meinem Verwundern stand da nur eine Person - die Absturz-Dame war nicht zu finden. Folglich frug ich: "Warum bist du alleine?" Ihre Antwort verblüffte mich allerdings noch mehr als die Tatsache, dass vor der Tür nur eine Person stand: "Die liegt auf der Straße." Das war das einzige, was sie sagte. Dann ging sie stumm an mir vorbei ins Haus. Ich dachte mir nur "...wie bitte, was?" und zog los um das verlorene Wesen aufzusuchen.

Und da lag sie nun: mit dem Rücken auf dem Boden des Fußgängerwegs. Ihr Kopf im Gebüsch, die Füße auf der Straße, die Arme links und rechts von sich ausgestreckt. Sie lag da, als hätte sie jemand erschossen - wie eine Leiche. Ich sprintete los, kam bei ihr an, ging in die Hocke und frug: "Ist alles in Ordnung?" Oh... das hätte ich lieber nicht fragen sollen, denn nun bekam sie einen Laber-Flash und hörte nicht mehr auf zu reden. Natürlich regte sie sich dabei keinen Millimeter, aber ihrer Meinung nach war "alles okay" und ihr ginge es jetzt wieder "viel besser". Dass ihr die Jacke aber hochgerutscht ist und daher den halben Bauch entblößte schien sie nicht sonderlich gestört zu haben. Aber vielleicht hat sie das auch gar nicht bemerkt. Ihr war zwar kalt, aber meine Jacke, oder einen Pullover wollte sie dennoch nicht haben. Nachdem ich mir eine gefühlte Stunde ihr Nonsensgequatsche anhören durfte, kam auch schon die Eskorte. Soll heißen, sie wurde nachhause gefahren. Da war der Abend für sie wohl schneller vorbei als anfangs erwartet, wo sie doch vorher abgemacht hatte, die Nacht bei der Gastgeberin zu verbringen. Wie ich später erfahren durfte wollte sie sogar zu Fuß nachhause gehen und erklärte dies mit den Worten "Ihr könnt mich ja dann auf dem Weg einsammeln, wenn ihr gleich losfahrt. Ihr werdet mich dann schon sehen!"

Zurück zu der Kartengeberin. Die saß brav auf der Couch, von der es diesmal unmöglich war rückwärts runterzufallen. Sie hatte wohl auch etwas über den Durst getrunken, weswegen ich sie und die Verbliebenden netterweise mit Essen versorgte. Auch sie hatte geplant, die Nacht dort zu bleiben. Ebenfalls fand sich hier jedoch eine rettende Hand, um sie behütet nachhause zu bringen. Glücklicherweise fand ich dadurch auch eine Mitfahrgelegenheit und so machten wir uns auf den Weg in Richtung Zuhause. Ich kam um 5:20 Uhr bei mir an. Um 8:36 war ich allerdings wieder wach und fuhr zurück zur Partylokalität, um beim Aufräumen zu helfen.

Ich hatte meinen Spaß, weil sich andere zum Idioten gemacht haben. Vielen Dank, Alkohol.

29.9.11 20:16

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