Gedankengut mal anders.

Der alltägliche Wahnsinn.
 

Meta





 

Herbst.

Der Winter naht und wir können nichts dagegen tun. Okay, ich weiß, zunächst kommt der Herbst, aber jetzt mal ernsthaft: den gibt es eigentlich gar nicht mehr. Die zwei Dinge, die uns vom Herbst übrig geblieben sind, sind zum einen vereinzelte Sonnentage, die uns wahrscheinlich der Frühling beschert, der sich in der Tür geirrt hat, oder welcher einfach nur mal "Hallo" sagen wollte, und zum anderen sind es die überaus ungeliebten Regentage, die z.B. das herabfallende, sonst bunte Laub zu einem Klumpen von Matsch und Baumabfall werden lässt, der uns gerne mal bei starkem Wind gegen Fuß, Bein und Gesicht fliegt. Vergessen sind die Tage, an denen wir im Herbst mit einem Pullover, dem meistgeliebten Schal und etwas wärmer haltenden Schuhen nach draußen gehen konnten, um bei roter Nase und seichtem Wind die späte Sonne zu genießen, die einem die kühle Luft wegschwindelt. Vergessen sind die Momente, in denen der Laub zur Belustigung der Kinder, Jugendlichen und im Kopf jung gebliebener Erwachsenen diente. Jetzt regnet es. Ständig. Ohne Ende und ohne Sonne. Es ist ein Trauerspiel, wenn man den geliebten Klischee-Herbst im Kopf hat und dann auf die bittere und nass-kalte Realität stoßen muss. Keine Sonne, welche in ihren letzten Momenten die immer kälter werdende Luft bekämpfen will, sondern grauer Himmel und Regen, Blitze und Donner. Keine leichte Brise, die uns kurz zusammen zucken lässt, sondern sturmartige Böen, die einem den Regen ins Gesicht klatschen. Keine Spaziergänge durch die bunten Blätter am Boden, die beim Durchlaufen ein lustiges Geräusch hinterlassen, sondern Matschklumpen an den Schuhen und den Hosen.

Die Jahreszeiten halten schon lange nicht mehr das, was sie uns versprachen. Der Frühling verspätet sich immer häufiger, sodass wir den Winter immer länger als nötig erdulden müssen. Und ist er einmal da, so verspottet er uns eher mit den hin und wieder auftauchenden Sonnenstrahlen, als dass er uns den Weg zum Sommer weist. Wo wir gerade beim Sommer sind, von dem möchte ich gar nicht erst anfangen. Er zählt ja mittlerweile sogar mehr Regentage, als wir z.B. dem Frühling oder Herbst erlauben. Im Vergleich zu seinen Mitstreitern, ist der Winter so ziemlich die einzige Jahreszeit, die uns das beschert, was wir erwarten: Kälte. Und wenn mir der Herbst jetzt schon auf die Nerven geht, dann möchte ich gar nicht erst den Winter erleben.

Ich bin emotional noch nicht bereit für den Winter.

22.10.11 19:01

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